“Das Management von Strategiefindungsprozessen ist eine Hauptaufgabe des Führungsteams einer jeder Organisation!” Wir alle haben diesen Satz gefühlte 1000 mal gehört und sind durch X Strategiegespräche, Workshops und endlose Debatten gegangen…..oft auf der Suche nach neuen Ansätzen, Ideen und mehr Inspiration. Der Autor und “Visual StrategistMiikka Leinonen und Studierende der Business and Information Technology School Berlin haben einmal etwas anderes (und etwas anders) getestet; die Strategieentwicklungsmethode “Melt“:

Melt Session Berlin Miikka Leinonen Jan Tillmann Henning Seescharf

Melt Session @BiTS Berlin, Miikka Leinonen

Der “Melt” Prozess

Ein entscheidender Faktor für die “Findung” von Strategien ist ein breit angelegter, interaktiver Kommunikationsprozess, der innerhalb der “Melt” Methode, wie Miikka es nennt, “die materielle mit der immatriellen Welt” verknüpft und letztlich zu einem geschäftsmodellorientierten Ökosystem zusammenführt. Das Strukturieren von strategischen Aussagen und deren moderierte “Auflösung” in die Kernbestandteile ist im Prinzip ein “Desing Thinking Ablauf”, der durch Itteration strategische Lösungsansätze formt. Was wird dadurch bewirkt (und es stimmt; dauert aber auch eine Weile!):

  • die Teilnehmer gewinnen den Eindruck, die Strategie ist  mit den eigenen Zielen zu vereinbaren
  • die Teilnehmer haben das Gefühl, sie können eine neue Strategie mit ihren eigenen Kompetenzen unterstützen
  • sie glauben, dass die Strategie nicht scheitern wird, wenn der eigene Beitrag dazu erfolgreich ist
  • sie empfinden die Strategie nicht als kurzfristiges Modethema, das bald durch ein anderes ersetzt wird.

Die “Melt” Methode

Das Verfahren des “Prototyping” der einzelnen “Kernstrategieansätze” zu einem Ökosystem, welches z.B. die reale Geschäftsmodellstruktur mit der (immateriellen) digitalen Landschaft verbindet, ist also die “Schmelze”. Damit erhält die Strategie – “Perspektive” eine neue Qualität, die das “Beste” herkömmlicher Methoden zusammenführt; letztlich also nix absolut NEUES, aber besser zu vermitteln. Im Einzelnen:

Die Mintzberg Strategiebrücke veranschaulicht verschiedene Perspektiven, die Führungskräfte einnehmen sollten, um eine umfassende strategische Ausrichtung einer Organisation zu erreichen und damit strategische Erfolge zu ermöglichen. Diese Itteration, das Prototyping und die Überführung der “Molekularergebnisse” in ein Ökosystem visualisert die Melt Methode durch das Verbinden von materiellen und immateriellen Blickwinkeln.

Meltschema

Meltschema

Mit den “Umwelten” einer Organisation und deren Diagnose befasst sich die STEP-Analyse. Dieses Analyseverfahren hilft dabei, das Umfeld einer Organisation nach Trends zu analysieren, die das Kerngeschäft einer Organisation nachhaltig prägen könnten. Wie die STEP-Analyse berücksichtigt der Melt Prozess diese “externen” Dimensionen, da jedes strategische Element in einem Gesamtzusammenhang in Ökosystem betrachtet wird.

Die Branchenstrukturanalyse nach Porter fokussiert die Strategiefindung vor allem auf die Position von Unternehmen in ihrer jeweiligen Branche. Diese Branchenstrukturanalyse ist Teil der “Melt” Methodik, da im Rahmen dieser Analyse künftige Konkurrenzaktivitäten und Strukturveränderungen innerhalb der Branche antizipiert und im eigenen strategischen Verhalten berücksichtigt werden.

Im Ergebnis ist die Meltmethode also “best of” plus “Desing Thinking”!

Die “Melt” Ergebinsse

Ich kann hier nicht ausführlich auf die Ergebnisse eingehen, da wir in unserer Melt Session mit dem Szenario “Newspaper 3.0” eine Herkules Aufgabe zu bewältigen hatten.

Folgende Kontrollfragen konnten jedoch ALLE mit “Ja” beantwortet werden:

  • Ist Melt ein Verfahren, welches zusammen mit den Mitarbeitern in einem partizipativen Prozess entwickelt wird?
  • Können mit “Melt” mögliche Ziel- und Interessenskonflikte früh thematisiert und bearbeitet werden?
  • Führt Melt zu einer Implementierung der Strategie passend zur Kultur einer Organisation?
  • Wird der Implementierungsprozess  mit dem Melt Verfahren angemessen begleitet, z.B. durch ausreichende Kommunikationsformen, Coaching und partizipativ geführte Dialogprozesse?
  • Können mit Melt die Resultate der Implementierung regelmäßig objektiv bewertet und Schlussfolgerungen daraus gezogen? Besteht ein Implentierungsmonitoring?
  • Ist der Melt-Mechanismus geeignet, eine regelmäßige Adjustierung der Strategie zu ermöglichen?

Ich freue mich schon auf meine nächsten  “Melt” Sessions gemeinsam mit Miikka und Jan Tillmann zu spannenden Strategiefragen rund um die digitale Transformation.

 

Weitere Informationen zum Thema “Melt” finden Sie unter https://organisationsberatung.net/strategieentwicklung-methoden-modelle/