Qualität Rauf, Kosten runter. Auslagerung von IT-Prozessen in Medienunternehmen

Das Geschäft von Medienunternehmen wird immer komplexer und weitreichender. Neue Geschäftsmodelle, strenge Rahmenbedingungen und ein hoher interner Anspruch führen zwangsläufig auch zu einer höheren Komplexität aller IT-Prozesse. Gerade kleinere und mittelgroße Unternehmen können diese nur schwer abbilden. Als wäre dies nicht genug, ist der IT-Fachkräftemarkt extrem umkämpft. Eine Auslagerung der IT-Prozesse kann hier die Lösung sein.

Wie verhalten sich IT-Organisationen von Medienunternehmen heute? Welche Kosten haben ihre IT-Prozesse? Wie veränderungswillig sind sie? Bei der Beantwortung dieser Fragen konnten wir vier Handlungstypen identifizieren:

  • Konsolidierer
  • Innovatoren
  • Sparer
  • Bewahrer
Ausprägung und Typen von IT-Organisationen in Medienunternehmen

Beispielsweise haben die Bewahrer einerseits eine kostenintensive IT-Infrastruktur, die in der Vergangenheit passgenau an ihren Vorstellungen ausgerichtet wurde. Andererseits sind sie Veränderungen gegenüber wenig aufgeschlossen, da sie wissen, dass die Umsetzung ihrer Wünsche in moderneren Architekturen extrem hohe Umsetzungskosten mit sich bringt.

IT-Dienstleister im Mediensektor

Professionelle Service Provider im Mediensektor sind entweder aus Mediengruppen ausgegliedert worden, um eine erweiterte Kundenbasis zu bedienen. Oder bestehende IT-Dienstleister haben sich aufgrund ihrer Kundenstruktur und Erfahrungen auf den Mediensektor spezialisiert. Typische Beispiele aus dem Leistungsangebot eines IT-Dienstleisters reichen von einfachen Infrastruktur-Diensten – dazu können der Betrieb des Service Desk oder des Rechenzentrums gehören – bis hin zur Übernahme gesamter Geschäftsprozesse und dem Betrieb von Service-Plattformen zur Umsatzgenerierung.

Neues Niveau an Qualität in IT-Prozessen

Zu den wichtigsten Treibern bei der Auslagerung von IT-Prozessen an einen externen Service Provider zählten heutzutage nicht mehr die Kosten. Die Entscheider erwarten in erster Linie die Steigerung der Qualität, Erhöhung der Professionalität und Sicherung der Zukunftsfähigkeit.

Qualitative Effekte bei Auslagerung von IT-Prozessen

Kosteneffekte bei der Auslagerung

Trotzdem bleiben mögliche Kosteneffekte weiterhin ein wichtiges Entscheidungskriterium einer IT-Auslagerung. Insbesondere folgende Kosteneffekte treten bei Verlagen und Medienhäusern ein:

  • Reduktion der Personal- und Gemeinkosten
  • Deutlich reduzierter Investitionsbedarf
  • Niedrigere Servicekosten durch Skaleneffekte
  • Kostengünstige Umsetzung geänderter Rahmenbedingungen

Case Study: Wie ein Medienunternehmen es geschafft hat, seine gesamte IT strukturiert an einen IT Service Provider zu übertragen.

Ein regionaler Zeitungsverlag mit einer Auflage von rund 60.000 Exemplaren hat es geschafft, die vollen Potenziale einer IT-Auslagerung auszunutzen. Dabei hat er seine gesamten IT-Prozesse an einen Service Provider übertragen. Bereits zuvor wurde das Rechenzentrum und der Service Desk von einem externen Dienstleister betrieben. Nun wurden die restliche Infrastruktur und alle Anwendungen in die Hände eines zentralen Service Providers gegeben. Nach einer Initialisierungsphase wurde der Übergang in drei Phasen vollzogen:

  1. Arbeitsplätze und Infrastruktur (Desktop Management,
    Netzwerke etc.)
  2. Anwendungen I (administrative Anwendungen, z.B. Finanzsysteme, Personalsystem, Entgeltabrechnung für Zusteller etc.)
  3. Anwendungen II (produktive Anwendungen, z.B. Redaktionssystem, Produktionssysteme, Anzeigensystem etc.)

Der Regionalverlag konnte die Umstellung nach insgesamt 3 Jahren als Erfolg verbuchen. Zu diesem Zeitpunkt waren auch die langjährigen Dienstleistungsverträge gekündigt. Die IT-Kosten pendelten sich auf dem halben Niveau der ursprünglichen Kosten ein.

Case Study: Kostenverlauf bei der IT-Auslagerung

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Das SCHICKLER Strategieforum 2018: Sind Künstliche Intelligenz und Machine Learning die Wunderwaffen der Zukunft für Medienunternehmen?

Teil 2: Neue KI-Geschäftsmodelle und maschinenerlerntes Sprachverständnis

 

Technologie führt zu neuen Geschäftsmodellen – ein erfolgreiches Beispiel

Rolf-Dieter Lafrenz und Tom Krause, CEO und CTO des innerhalb von SCHICKLER geborenen Start-ups cargonexx, gaben einen praxisbezogenen Einblick in das technologiebasierte Geschäftsmodell, die Entwicklung unter Unsicherheit und appellieren an den Mut der Unternehmer.

Cargonexx revolutioniert den LKW-Transport mit Künstlicher Intelligenz, wobei diese definiert wird als Kombination aus Automatisierung, Intelligenz und maschinellem Lernen. Das Geschäftsmodell reduziert die Transaktionskosten und erhöht die Auslastung der LKWs. Künstliche Intelligenz in Form von selbst-lernenden Algorithmen optimiert Touren, sagt Preise voraus und generiert auf Basis wachsender Daten ein intelligentes Transport-Netzwerk. Über die Plattform ergibt sich eine Win-Win-Situation für Verlader (bessere Preise, Zeitersparnis) und Frachtführer (mehr Umsatz, weniger Arbeit). Auch die Gesellschaft und die Umwelt profitiert: weniger Verkehr durch bessere Auslastung und eine Reduzierung des CO²-Ausstosses sind die Folge. Zukünftig ist gepaart mit autonom fahrenden LKWs sogar ein völlig autonomes Transport-Ökosystem möglich.

Wertvolle Hinweise, wie die Umsetzung von neuen Geschäftsmodellen mit Künstlicher Intelligenz kostenseitig nicht zu einem Fass ohne Boden werden, hatte Tom Krause für die Teilnehmer am Beispiel cargonexx parat.  Um Risiken einzuschränken sollten bewiesene Methoden und Ansätze aus dem Start-up-Umfeld wie z. B. die Lean-Methode zum Einsatz kommen. Mit dem Vorgehen „Build – Measure – Learn“ wird vorhandene Unsicherheit wissenschaftlich reduziert. Dazu entwickelt man definierte Hypothesen in kleinen Features (MVP = minimal viable product) um die Hypothese dann zu bestätigen. Entscheidend ist das Lernen und Adjustieren mit echten Kunden, denn der Erfolg hängt davon ab, ob der Kunde den gewünschten Mehrwert erzielt.

Die Strukturierung der Problemstellung und eine auf Automatisierung ausgerichtete Prozessanalyse waren die Grundlage für das Machine Learning bei cargonexx. Die Analyse der Probleme in der Prozesskette vom Verlader zum Frachtführer verknüpft mit den Anforderungen der Player liefert Informationen für die Automatisierungsansätze zur Problemlösung (z. B. zeitintensive Angebotserstellung, Preisvergleiche und Abwicklung). Über immer wieder automatisch neu strukturierte Entscheidungsbäume mit ständig wachsendem Dateninput lernt die Maschine z. B. Freikapazitäten und Preise vorherzusagen und trainiert bzw. verbessert sich mit jeder Entscheidung.

Rolf-Dieter Lafrenz stellte nach dem interessanten und tiefen Blick in die KI-Werkstatt auch fest, dass nicht jeder Entscheider dieses Wissenslevel erreichen muss – wichtig ist es, den Nutzen der Technologie zu verstehen. Denn nur die Technologie führt zu neuen Geschäftsmodellen und neuen Märkten. Er schloss mit dem Appell, mehr Mut zu zeigen, breiter zu denken und neue Geschäftsansätze auszuprobieren.

 

Know your Customer – das Verständnis der Sprache im Kontext

Prof. Dr. Heiko Beier, Geschäftsführer von der moresophy GmbH und Professor für Medienkommunikation setzt seinen Schwerpunkt auf Cognitive Computing und das echte Verstehen von Sprache und Kontext durch Künstliche Intelligenz.

Im Zuge der DSGVO wird deutlich, dass die Nutzung der persönlichen Daten des Kunden für Werbezwecke zunehmend schwierig wird. Die Alternative ist kontextbezogener Content, d.h. eine Nutzung der aktuellen Interessen des Users in Echtzeit. Ich treffe den User in einem Kontext mit dem er sich jetzt gerade beschäftigt – und es ist dafür keine Profilbildung oder Zustimmung notwendig.

Bedingung hierfür ist das Verständnis der Sprache und in welchem Kontext sie verwendet wird. SRA (Semantic Relevance Advertising) schafft es, anhand der Sprache und des Umfeldes dem User ein optimales Werbeangebot zu unterbreiten. Maschinen können heute dieses Verständnis zu lernen. Nicht nur das Wort, sondern die Bedeutung ist dabei entscheidend. Zusätzlich lernen die Algorithmen zu verstehen, was für die User wichtig ist und wie sie sich ausdrücken – hier liegt der Schlüssel. Dies stellt den feinen aber relevanten Unterschied zwischen einem einfachen Keyword und dem echten Verständnis der Sprache dar.

Einsatzbereiche sind z. B. in der automatisierten Dialogsteuerung im Service möglich. Das automatische Verstehen von Kundenkommunikation im richtigen Kontext ermöglicht zudem die Ausspielung von passenden Werbeangeboten in z. B. themenbezogenen Foren.

Fazit: KI kann durch das Verständnis von Sprache und Kontext perfekte Umfelder mit Echtzeit-User-Interesse identifizieren.

 

Historie, Perspektiven, Geschäftsmodelle, Methoden und Anwendungsmöglichkeiten – das SCHICKLER Strategieforum 2018 beleuchtete verschiedene Dimensionen des Themas Künstliche Intelligenz zum Thema. Vielen Dank an die Referenten und Teilnehmer – wir freuen uns auf das nächste Strategieforum 2019!

 

 

Das SCHICKLER Strategieforum 2018: Sind Künstliche Intelligenz und Machine Learning die Wunderwaffen der Zukunft für Medienunternehmen?

Teil 1:
KI-Trends und Googles Machine-Learning-Erfahrungen

Roboter begrüßen freundlich am Eingang und übergeben Namensschilder, selbstlernende Sprach-Applikationen informieren im Dialog über die Agenda und den Tagesablauf. Die Sitzplätze werden von einem Algorithmus zugewiesen, der die individuellen Anforderungen und Interessen der Strategieforum-Teilnehmer berücksichtigt.

So hätte er sein können – der Empfang zum diesjährigen SCHICKLER Strategieforum 2018 mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“. Aber es blieb persönlich und durch den herrlichen 360-Grad-Blick aus der 20. Etage des Atlantik-Hauses über das sonnige Hamburg auch „natürlich“.

„KI wird für die Menschheit wichtiger als Elektrizität und Feuer“, sagt der Google-CEO. Nicht nur die 40 Milliarden US-Dollar Investitionen im letzten Jahr, sondern auch die Rekordteilnehmerzahl von mehr als 50 Entscheidern aus der Medienbranche am Strategieforum spiegelte die Relevanz des Themas „Künstliche Intelligenz“ wider.

Um einen strategisch ganzheitlichen Blick auf das Thema zu bekommen, boten die Keynote-Speaker in diesem Jahr einen Mix aus Theorie und Praxis sowie branchenfremden und medienbezogenen Einsatzfeldern.

 

Haben wir eine Chance im weltweiten KI-Wettbewerb?

 

Prof. Dr. Alois Knoll, Lehrstuhlinhaber für Künstliche Intelligenz an der TU München, zeigte die Anfänge der Künstlichen Intelligenz auf und gab Einblicke in die wissenschaftliche Entwicklung, deren Möglichkeiten sich mit steigender Rechnerleistung stetig erweitern. Im Fokus der Wissenschaft steht das menschliche Gehirn – das Verständnis der Komplexität und die „Übersetzung“ in Technologien ist das Ziel eines europäischen Flagship-Projektes namens „Human Brain Project“.  Die dazugehörige Neurorobotics-Plattform hat zum Ziel, Gehirn- und Robotermodelle für kognitive Experimente zu vereinen (www.neurorobotics.net).

Und wo steht Deutschland bzw. Europa im weltweiten Wettbewerb? Insbesondere mangels Investitionswillen und fehlendem Datenvolumen (siehe DSGVO) können wir den Vorsprung und das exponentielle Wachstum von KI in USA und China nicht aufholen. Aber: wir können uns auf die nächste KI-Welle vorbereiten und diese systematisch „mitreiten“.

Die Trends in dieser nächsten KI-Welle werden geprägt sein von

  • Individualisierung und Privatheit („private AI“),
  • Fokussierung auf bestimmte intellektuelle Leistungen in verbesserter Echtzeit („narrow AI“)
  • Leistungsfähigen Algorithmen auf kleineren Datensätzen („small big data“) und
  • Nutzung von KI auf Spezialarchitekturen mit geringem Energieverbrauch („embedded AI“).

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass in Deutschland und Europa die Investitionen in Künstliche Intelligenz durch die Unterstützung von Start-ups sowie die Schaffung von neuen Ökosystemen massiv erhöht werden – das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. Entscheidend wird sein, wie wir es schaffen, Bedarf und Angebot, Anforderungen und Ideen sowie last but not least Unternehmen und Start-ups zusammenzubringen.

 

Googles Erfahrungen mit Machine Learning in Online-Marketing-Einkaufssystemen

 

Heutige Werbung muss für den Verbraucher relevant und unterstützend sein. Dies ist der Ausgangspunkt für die Nutzung von Machine Learning im Online Marketing, sagt Meinolf Meyer, Head of Sales Google Marketing Platform. Technologie und spezielles Wissen über den Kunden eröffnet Möglichkeiten, automatisch Werbung im richtigen Moment, für die passende Person mit der richtigen Message zu kaufen und auszuspielen.

Als Vertreter einer der großen weltweiten Player bezüglich Künstlicher Intelligenz teilte Meinolf Meyer mit den Teilnehmern Erfahrungen, die Google mit Machine Learning auf ihrer Online Marketing Plattform gemacht hat.

Das Futter für die eingesetzten Machine-Learning-Algorithmen sind verschiedene Datenpunkte in vier Clustern. Diese Signale sind z.B. Informationen über

  • „Audience“: wer (Alter/Geschlecht), wann (Wochentag/Tageszeit) und wo (Geodaten)
  • „Content“: welcher Kanal bzw. welches technische Umfeld
  • „Creative“: welcher Werbetyp (Banner, Video, …)
  • „Technology“: welches Device wird genutzt

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass in Deutschland und Europa die Investitionen in Künstliche Intelligenz durch die Unterstützung von Start-ups sowie die Schaffung von neuen Ökosystemen massiv erhöht werden – das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. Entscheidend wird sein, wie wir es schaffen, Bedarf und Angebot, Anforderungen und Ideen sowie last but not least Unternehmen und Start-ups zusammenzubringen.

Machine Learning verarbeitet diese Signale und hilft dabei die richtige Zielgruppe zu finden, Kampagnenerfolge zu messen und z. B. durch A/B-Testing die richtige Botschaft für die Zielgruppe zu ermitteln. Eine spezielle Anwendung ist das Smart Bidding, mit der bei jeder Online-Marketing-Auktion auf Basis von Milliarden von Informationen der optimale Gebotswert für die gewünschte Conversion ermittelt wird.

Die Erfahrung von Google zeigt, dass aktuell noch nicht der volle Umfang der Möglichkeiten genutzt werden kann, da relevante Daten für die Signale entweder nicht vorhanden oder nicht konsolidiert sind, weil sie bei verschiedenen Playern bzw. Agenturen verteilt vorliegen.

Fazit: Auch wenn teilweise die notwendige Voraussetzung der Datenverfügbarkeit noch nicht erfüllt ist – Machine Learning führt zu einer signifikanten Erhöhung der werberelevanten KPI’s auf der Google Advertising Plattform und kann Effizienz und Performance für Werbetreibende steigern.

 

…Fortsetzung folgt in Teil 2….

Recruiting im Umbruch: Business Punk berichtet über innovative Arbeitsmodelle bei der Schickler Unternehmensberatung

 

New Work lautet der Megatrend auf dem Arbeitsmarkt. Das Zukunftsinstitut schreibt: „Unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Dementsprechend verändern sich auch Unternehmensstrukturen und Arbeitsräume: Service-, Informations-und Kreativarbeiter rücken ins Zentrum des weltweiten Wirtschaftens, und während die Work-Life-Balance beschworen wird, verschwimmen die Grenzen zwischen Berufs-und Privatleben. Als kreative Arbeiter werden wir zunehmend selbstständig, auch wenn wir fest angestellt sind.“ https://www.zukunftsinstitut.de/dossier/megatrend-new-work/

Nur wenige bezweifeln, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland vor der größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte steht. Zwei Effekte kommen zusammen:

1) Die demographische Entwicklung wird dafür sorgen, dass in Deutschland Millionen von Arbeitskräften fehlen werden. Schon heute klagen viele Unternehmen darüber, dass sie selbst einfache Positionen nicht besetzen können. Diese Situation wird sich in den kommenden Jahren deutlich verschlimmern.

2) Die Anforderungen der Arbeitnehmer an ihren Arbeitgeber verändert sich stark. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Unternehmenskultur und Sinnhaftigkeit des Jobs sind nur einige Stichwörter. Der Anteil von Teilzeit-und freien Arbeitsverhältnissen wird sprunghaft zunehmen.

Die Auswirkungen auf das Rekruiting sind umwälzend. Denn zukünftig werden sich Unternehmen um die besten Kandidaten bewerben und nicht umgekehrt. Unternehmen mit einer klaren Vision und einer mitreißenden Unternehmenskultur werden im Vorteil sein. Ebenso spielen neue Arbeitsmodelle eine große Rolle, die den Job mit der jeweiligen Lebenssituation des Mitarbeiters auf bestmögliche Weise vereinbaren.

Die Schickler Unternehmensberatung ist schon früh einen innovativen Weg gegangen. Denn viele “High Potentials” tragen heute den Traum einer eigenen Unternehmensgründung in sich. Häufig ist die Idee jedoch noch nicht soweit gereift, dass das Top-Talent sich voll darauf konzentrieren möchte. Schickler bietet mit seinem Programm Entrepreneur & Consultant eine ideale Kombination an. Die Beraterin oder der Berater können neben ihrem Job bei Schickler an ihrer Geschäftsidee weiter arbeiten und das Netzwerk sowie die Ressourcen von Schickler nutzen. Den freien Zeitanteil für die Gründung vereinbaren beide Parteien flexibel und vollkommen unbürokratisch, je nach Status und Fortschritt der Gründung. Ein ähnliches Programm gibt es für junge Eltern, dass sich „Consultant & Parent“ nennt und individuell auf die Situation einer jungen Familie zugeschnitten ist.

Das Wirtschaftsmagazin „Business Punk“ hat in ihrem Juni 2018 – Heft dieses Beispiel aufgegriffen und dargestellt, dass ein fester Job und Gründung kein Widerspruch sein müssen.

Führung in der Vermarktungsorganisation 2.0 – warum das Peter-Prinzip ausgedient hat und welches Handwerkszeug Führungskräfte im Verkauf wirklich brauchen

Der digitale Wandel hält Verkaufsmannschaften von Medienorganisationen beschäftigt. Konkurrenten müssen beobachtet und sich kontinuierlich verändernde Produkte verstanden, neu erlernt und beim Kunden wieder passend eingesetzt werden. Um sicher zu gehen, dass die Verkaufsmannschaft weiterhin erfolgreich bleibt, werden transparenzschaffende Systeme, klare und effiziente Prozesse sowie vor allem starke Führung benötigt.

Doch was macht gute Führung in einer Vermarktungsorganisation aus? Viele Medienunternehmen gehen nach dem Peter-Prinzip vor: „Peter, du bist der beste Verkäufer bei uns! Herzlichen Glückwunsch, wir befördern dich zum Verkaufsleiter!“. Verkäufer werden dann so lange weiter durch die Hierarchie befördert, bis sie den Anforderungen des Jobs nicht mehr gewachsen sind. Durch die anspruchsvoller werdenden Rahmenbedingungen ist Führung im Verkauf mittlerweile allerdings so komplex, dass es nicht mehr ausreicht, ein exzellenter Verkäufer zu sein und die Urlaubsplanung des Teams im Blick zu haben.

In vielen Fällen sehen wir, dass Führungskräfte Top-Down agieren und ihren Zielumsatz auf die Teammitglieder im Gießkannenprinzip herunterbrechen – meist heißt es dann „Macht mal!“. Der Erfolg dieser Strategie ist zweifelhaft. Unserer Erfahrung nach, sind weniger als 30-40% der Manager im Verkauf bei Medienorganisationen echte und gute Führungskräfte. Doch was machen die guten Verkaufsleiter anders?

Wir haben die folgenden Top 5 Fähigkeiten bei herausragenden Verkaufsleitern gesehen:

 

Sie agieren als Coach

Verkaufsleiter müssen selbst exzellente Verkäufer sein. Wer, wenn nicht der Verkaufsleiter, kann seine Mitarbeiter im Verkaufsalltag unterstützen und weiterentwickeln? Dazu gehört die Besuchsbegleitung beim Außendienst, die Unterstützung bei der Strukturierung des Verkaufsalltags oder konstruktives Feedback nach Verkaufsgesprächen an Telesales Mitarbeiter. Führungskräfte sind mehr als nur disziplinarische Leiter, sie sind auch Personalentwickler und Coach im Alltag.

 

Sie führen Ihr Team nach Zahlen

Die besten Verkaufsleiter implementieren ein KPI-basiertes Pipelinemanagement sowie eine potenzialgesteuerte Kundenentwicklung und nutzen diese konsequent, um das Marktpotential abzuschöpfen. Sie setzen ihren Mitarbeitern handfeste Ziele, beobachten kontinuierlich die Zielerreichung und wissen, wie Mitarbeiter bei Bedarf wieder auf Zielkurs gebracht werden können. Das erhöht die Transparenz über Leistung und Umsatz für den Verkaufsleiter, das Verkaufsteam, aber auch die Geschäftsführung.

 

Sie leben Veränderungen positiv vor

In Sales-Organisationen von Medienunternehmen sind die besten Führungskräfte meist Veränderungschampions, um das Team für wiederkehrende Veränderungen zu begeistern. Der Wandel hin zur gattungsübergreifenden Vermarktung erfordert bei vielen etablierten Verkaufskräften ein aktives Change-Management. Verkaufsleiter coachen ihre Mitarbeiter selbstbewusst durch die Gefühlskurve von Veränderungsprozessen, um Schock und Widerstand schnell zu überwinden und initiale, negative Energie der Mitarbeiter in Einsatz und Begeisterung umzuwandeln.

 

Sie sind durchsetzungsstark – auch intern

Verkaufsleiter müssen auch innerhalb des Hauses durchsetzungsstark agieren und sich bei Konflikten vor ihr Team stellen. Zum Beispiel können im Rahmen der Einführung von Native Advertising immer wieder kritische Auseinandersetzungen mit der Redaktion auftreten – hier ist es Aufgabe der Führungskraft mit Durchsetzungskraft und Fingerspitzengefühl Lösungen zum beidseitigen Einverständnis zu identifizieren.

 

Sie richten ihr Handeln konsequent an Wettbewerb, Kunden und Marktgegebenheiten aus

Gute Führungskräfte im Verkauf wissen nicht nur über interne Entwicklungen Bescheid, ein ebenso großer Fokus ihrer Arbeit liegt auf der Beobachtung von Marktentwicklungen, Kunden und direkten Wettbewerbern. Ein gutes Gespür für die Bedürfnisse und Vorlieben der betreuten Kunden ist unabdingbar. Systematische Analysen des Wettbewerbs und des Marktes helfen, schnell und flexibel auf Veränderungen der Marktteilnehmer zu reagieren und sein Team bei Bedarf neu auszurichten. Top-Performer beschäftigen sich nicht selten rund 40% ihrer Zeit mit Markt- und Wettbewerbsthemen.

 

Die perfekte Führungskraft fällt nicht vom Himmel – die vorgestellten Verhaltensweisen sind jedoch erlern- und entwickelbar. Die Herausforderung für Medienunternehmen liegt nun darin, frühzeitig zu erkennen, bei welchen Führungskräften im Verkauf Nachholbedarf besteht und wie diese am besten unterstützt werden können.

Bei neu zu besetzenden Führungspositionen im Verkauf, sollte nicht automatisch der beste Verkäufer befördert werden. Es ist ratsam vorab zu testen, wer das nötige betriebswirtschaftliche Verständnis, die zwischenmenschlichen Fähigkeiten und Resilienz mitbringt, um in diesem dynamischen Umfeld seine Mitarbeiter führen zu können. Dieses „Testen“ sollten Verlage im Rahmen spezialisierter Führungsaudits in Sales-Organisationen professionalisieren. So können sie auf angemessene Art und Weise die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter für Führungspositionen bewerten und sich vom Peter-Prinzip verabschieden.

Erste Neugründung aus Schickler-Inkubator: Cargonexx startet digitale Revolution im LKW-Transportmarkt

Erste Neugründung aus Schickler-Inkubator: Cargonexx startet digitale Revolution im LKW-Transportmarkt

Das digitale LKW-Transportnetzwerk Cargonexx (www.cargonexx.de) ist die erste Neugründung aus dem Schickler Inkubator für innovative Geschäftsmodelle. Und Cargonexx startet ambitioniert. Der Markt für LKW-Transporte und -Frachten in Europa ist mit ca. 250 Mrd. Euro einer der größten Teilmärkte unserer Wirtschaft. In diesem Markt wird Cargonexx für Speditionen und Frachtführer einen vollkommen neuen Service anbieten.

Zukünftig soll es für Speditionen möglich sein, LKW – Transporte mit wenigen Klicks zu organisieren. Frachtführer bekommen für sie passende Angebote für Frachten und Transporte automatisch zugespielt. Möglich wird dieser Service durch eine komplexe Technologie, die im Hintergrund tausende von Frachten und Touren auswertet. Auf Basis von statistischen Big Data-Algorithmen und machine learning – Prozessen kann Cargonexx aktuelle Marktpreise für Transportaufträge und Angebots- bzw. Nachfrageüberhänge prognostizieren. Oder einfach ausgedrückt: Cargonexx findet für jeden Auftrag den richtigen Preis und den richtigen LKW.

Cargonexx ist ein Beispiel für die neue Generation der Marktplatzmodelle. Ähnlich wie AirBnB oder Uber beschränkt sich Cargonexx nicht auf die Vermittlung von Aufträgen, sondern übernimmt die komplette Transaktion. So erhält Cargonexx Daten, die entscheidend für die Verbesserung des Service sind. Klassische Frachtenbörsen, die lediglich wie ein schwarzes Brett im Internet funktionieren, besitzen diese Daten nicht.

Schickler sieht in dieser Form der Geschäftsmodelle noch große Chancen, insbesondere in B2B-Nischen. Der Schickler-Inkubator wurde gegründet, um gemeinsam mit strategischen Investoren innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln und in den Markt zu bringen.