Künstliche Intelligenz, Preis- und Angebotsdifferenzierung sowie neue Geschäftsmodelle und Services in der Logistik. Das sind die Trends der Zeitungsbranche 2019. Sie sind das Ergebnis der Trendumfrage von BDZV und SCHICKLER. Jedes Jahr befragen wir die Top-Entscheider der Zeitungsverlage zu ihren Einschätzungen und Toptrends des jeweils gestarteten Jahres. Die Ergebnisse wurden Ende Januar von SCHICKLER-Partner Rolf-Dieter Lafrenz bei der Jahrespressekonferenz des BDZV vorgestellt.

Die Trends der Zeitungsbranche 2019

Trend 1: Künstliche Intelligenz wird in Verlagen Realität

Für Amazon, Google, Netflix und Co. ist Künstliche Intelligenz ein essentieller Bestandteil ihrer Geschäftsmodelle. Hier erwarten Top-Entscheider der Zeitungsverlage ab 2019 ein deutliches Wachstum bei den Verlagen. Medienunternehmen haben die besten Voraussetzungen für den Einsatz Künstlicher Intelligenz: die Prozesse sind vielfältig und es entstehen große Mengen an Daten, mit denen Algorithmen gespeist und verbessert werden können.

Trend 1: Künstliche Intelligenz

74% der Top-Entscheider bewerten Künstliche Intelligenz als relevant bis sehr relevant für ihre Zukunft – bei den großen Verlagen (ab 100.000 Exemplare verkaufte Auflage) sind es sogar 94%. Die größten Chancen sehen die Top-Entscheider in den markennahen Bereichen Werbemarkt, Redaktion und Lesermarkt. Hier können intelligente Algorithmen die Marktausschöpfung deutlich steigern.

Weitere Anwendungsbeispiele finden Sie auch in unserem Blogartikel Künstliche Intelligenz für Medienunternehmen und auf schickler.de/datascience.

Trend 2: Preis- und Angebotsdifferenzierung als Chance

Verlage setzen verstärkt auf moderne und flexible Preis- sowie Angebotsmodelle. Das zeigt der zweite Trend ganz deutlich. Sie richten sich damit vermehrt an die individuellen Bedürfnisse der Nutzer. Wir kennen dies in unserem Alltag beispielsweise von Mobilfunk- oder PayTV-Verträgen mit individualisierbaren Bestandteilen und verschiedenen Pricing-Modellen.

Trend 2: Preis- und Angebotsdifferenzierung

Laut unserer Trendstudie wird Preis- und Angebotsdifferenzierung von 79% der Verlage bereits eingesetzt oder der Einsatz ist innerhalb der nächsten drei Jahre geplant. Speziell bei den digitalen Angeboten ergeben sich neue Möglichkeiten. So bietet die Ibbenbürener Volkszeitung mit IVZ-Themenwelten beispielsweise schon heute ein digitales Abomodell basierend auf verschiedenen Themengebieten an, die die Nutzer nach Interesse einzeln buchen können.

Trend 3: Logistikdienstleistungen sind starke Wachstumstreiber

Logistik war schon immer eine wichtige Kompetenz der Verlage. Ursprünglich ein reines Mittel zum Zweck der Zustellung von Tageszeitung und Anzeigenblättern, haben viele Verlage in den letzten Jahren die Logistikstrukturen für den Aufbau von Briefdienstleistungen genutzt. Wachstum ist hier allerdings nur noch über eine Steigerung der Marktanteile möglich, und auch die Margen sind nicht überall befriedigend.

Trend 3: Logistikdienstleistungen

Daher folgt nun die nächste Entwicklungswelle der Logistikdienstleistungen: Verlage nutzen ihre Kompetenz und die vorhandene Infrastruktur, um neue Services rund um die Logistik aufzubauen. Hierzu gehören beispielsweise Kurierfahrten für Baustellen oder Fulfillment-Services für Online-Shops. So geben 71% der Top-Entscheider in unserer Studie an, dass Geschäftsfelder rund um die Logistik eine hohe strategische Relevanz haben – bei den großen Verlagen sogar 93%. Hierbei sollen auch neue Technologien und Arbeitsmodelle unterstützen: die drei relevantesten für Verlage sind Zusteller-Apps (74% geplante Einführung bis 2022), elektrische Zustell-Fahrzeuge (63% geplante Einführung bis 2022) und der Ausbau von Vollzeit-Arbeitsplätzen in der Logistik (62% geplante Einführung bis 2022).

Lesen Sie hierzu auch unsere passenden Artikel Zustellung nach dem Mindestlohn: „Letzte Meile“ im Fokus und Abseits der Letzten Meile: Logistik-Geschäftsmodelle.

Bei Interesse finden Sie die komplette Studie hier.