Seit den Erfolgen von AirBnB und uber zweifelt niemand mehr an dem Durchbruch der sharing economy. Zahllose startups arbeiten daran, jeden Winkel der privaten und geschäftlichen Welt in ein sharing – Konzept zu verwandeln – mit steigendem Erfolg. PWC schätzt, dass der Umsatz der sharing economy weltweit bis 2025 auf sagenhafte 335 Milliarden Euro steigen wird.

Im B2C-Markt haben, wie immer könnte man meinen, die US-amerikanischen Unternehmen ihre Nase vorn. Der größere Heimatmarkt und die innovationsfreudigere Gesellschaft sind ihre Vorteile. Ich behaupte jedoch, im B2B-Markt könnten deutsche Unternehmen eine weltweite Führungsposition übernehmen und damit erstmals eine Nische in der globalen Digitalwirtschaft anführen. Denn die deutsche Volkswirtschaft liegt in wichtigen Erfolgsfaktoren für ein sharing-Konzept vorn:

  • Hohe Prozessorientierung
  • Hoher Qualitätsstandard in der Ausrüstung
  • Hohe Verlässlichkeit
  • Geringe regionale Distanzen und gute Verkehrsinfrastruktur

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette lassen sich sharing-Opportunitäten erkennen. Sie beginnen im Einkauf, in der Nutzung von Maschinen-, Werkzeug- und sonstigen Produktionskapazitäten, in der Nutzung von Fach-Know How und Manpower, in der Logistik, etc.

Wir dürfen gespannt sein, wer in dieser Entwicklung die Nase vorn hat. Ich halte Fachinformations- und Fachmedien-Häuser für besonders geeignet. Sie kennen die Märkte und ihre Player, besitzen eine große Reichweite in der Zielgruppe, um neue Konzepte bekannt zu machen und die notwendige Objektivität, um herstellerunabhängige Plattformen zu betreiben. Ihnen stehen zunehmend große Hersteller gegenüber, die sich an sharing-Geschäftsmodellen beteiligen. Ihr Ziel: Sie verkaufen Maschinen und helfen ihren Kunden, die gekaufte Maschine noch besser auszulasten. Aber auch startups besitzen gute Chancen, wenn es ihnen schnell gelingt, die kritische Größe für Marktplatzfunktionen aufzubauen.

Wer auch immer die Nase vorn hat. Die deutsche Wirtschaft eignet sich ideal als ein Nukleus für eine Internationalisierung. Denn im B2B-Sektor gilt immer noch das Qualitätssiegel „Made in Germany“.