Digitale News kennen keinen Redaktionsschluss. Alte räumliche und zeitliche Grenzen fallen weg. So kann ein Reporter heute dank medienneutralem Editor zu jeder Zeit von überall aus publizieren. Im Alltag sind Reporter allerdings noch zu stark in den Mühlen der alten Printmaschinerie gefangen und ohne klar verständliche digitale Zielsysteme fehlen oft die objektiven Maßstäbe.

Was Sie dagegen tun sollten? Wir sagen es Ihnen. 

Quelle: SCHICKLER


1. Print-Zöpfe konsequent abschneiden

Je weniger Ihre Reporter an den starren Rahmen von Print gebunden sind und je weniger Zeit sie für das Redigieren reingereichter Inhalte aufwenden müssen, die meist nur für Print verwertet werden können, desto mehr Zeit bleibt für die Erstellung eigener, digitaler Inhalte.

Wie aber kann ein Loslassen von Printseiten konkret aussehen?

Basierend auf unserer langjährigen Projekterfahrung, empfehlen wir zunächst die klare organisatorische Trennung von der Content-Erstellung, dem „Reporter“ und der Seitenproduktion, der „zentralen Producing-Einheit“.  Beachten Sie dabei, dass Prozesse umso effizienter erfolgen, desto weniger Kommunikation es an der Schnittstelle bedarf. Hierfür notwendig sind einige elementare Workflow-Anpassungen:

  • Der Input für die Print-Produktion kommt aus dem Digital-First-Content.
  • Die eigenen Artikel werden über wenige definierte Längen (z.B. S, M, L und XL) standardisiert.
  • Musterseiten werden mit festen, sich wiederholenden Formen und festen Anzeigenformaten definiert.
  • Es wird nicht mehr „auf Zeile“ redigiert oder geschrieben. Text- und Seitenformate haben entsprechend ausreichend „Spielraum“.
  • Layout-Sonderlocken werden abgeschnitten, es sei denn sie lassen sich automatisieren.

Und wo Sie schon einmal dabei sind – wann haben Sie das letzte Mal Ihre Ausgabenstrukturen angepasst? Häufig verursachen kleinteilige, umbauintensive Ausgaben (zu) hohe Aufwände in der Produktion.


2. Auf die richtigen (digitalen) Inhalte fokussieren

Für die Weiterentwicklung von Unternehmen gibt es das Business Development, während für die richtige Angebotswelten das Product Development zuständig ist. Und für Ihre Inhalte? Erste Best-Practice-Medienunternehmen führen diesbezüglich eine neue Funktion in der Redaktion ein – das Editorial Development, welches für die Analyse von Inhalten und die Vermittlung der Erfolgsfaktoren verantwortlich ist.  

Richtig so – findet SCHICKLER. Vorbei die Zeiten, in denen das Bauchgefühl allein ausreichend war. Mit einem zentralen Content Development können Sie u.a.

  • die Performance Ihrer Inhalte daten-getrieben analysieren und daraus Content Guidelines und Empfehlungen ableiten (“Macht mehr von…”, “Macht weniger von…”, “Unsere Inhalte funktionieren besonders gut, wenn wir…”)
  • Ihren Stamm an Reportern im Transformationsprozess unterstützen (“on-the-job” und “off-the-job”)


3. Transparenz schaffen über die Performance der Redaktion

Hat Ihre Redaktion klare Ziele vor Augen? Gibt es transparente Kennzahlen im Tagesgeschäft, die Auskunft darüber geben, ob die Ziele tatsächlich erreicht wurden?

Unsere Projekterfahrung zeigt, dass Sie Journalismus durch KPI‘s ganzheitlich greifbar machen müssen:

  • Reichweite – Wie viele Nutzer besuchen Ihrer Portale?
  • Kundenloyalität – Wie häufig kehren Ihre Nutzer zu Ihren Inhalten zurück?
  • Engagement – Wie intensiv beschäftigen sich Ihre Nutzer dabei mit Ihrer Website, Ihrem Content? Wird ein Artikel zu Ende gelesen, ein Video bis zum Schluss gesehen?
  • Conversion – Wie gut gelingt Ihnen die Wandlung Ihrer Nutzer zu (zahlenden) Subscribern?
  • Retention – Wie viele Kunden lösen Ihr digitales Abonnement wieder auf?

Schaffen Sie durch Dashboards eine ausreichende Transparenz über die jeweilige Performance der Inhalte der Redaktion. Und setzen Sie bei Bedarf diese Einzelbestandteil zu einer maßgeschneiderten Gesamtperspektive auf Artikelebene zusammen, dem sogenannten Artikel-Score, welche den Reportern Lerneffekte für die Themensetzung ermöglichen.


4. Verankern Sie klare Verantwortlichkeiten für Ihre Digitalprodukte

Der digitale Wandel ist eine große Herausforderung – keine Frage. Unserer Erfahrung nach ist der vielversprechendste Weg mit diesem umzugehen, klare Verantwortung für diesen Wandel zu definieren. Unsere Empfehlung lautet: Bilden Sie eine schlagkräftige Einheit mit Product Ownership. Hier wird u.a.

  • der agile Produktentwicklungsprozess im Tagesgeschäft geleitet
  • die Entwicklung neuer Produktmaßnahmen vorangetrieben und bewertet
  • dafür Sorge getragen, dass alle notwendigen Abteilungen mit dem Product Owner zusammen an einer gemeinsamen Wachstumsvision arbeiten

Bilden Sie für Ihre digitalen Produkte interdisziplinäre Teams und etablieren Sie eine Wachstumskultur.


5. Leadership ist gefragt

Die digitale Transformation bestehender Strukturen ist mühsam und braucht Menschen, die diese mittragen und sich (mit) verändern wollen. Die lernen, sich selbst in Frage zu stellen und Neues zu entdecken und zu wagen. Dies gilt insbesondere für Ihre Führungsmannschaft. Ihre Chefredaktion muss den digitalen Wandel leben und diejenige sein, die als Vorbild das Feld anführt!